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R4 Reportagen Nr. 6

„Werte Freunde, ich muss euch berichten was heute Nacht hier im ReVilla geschah.

Ich hatte gerade einen wunderschönen Traum, als ich durch lautes Gegröle aufwachte. Beim genauen Hinhören stellte ich fest, dass es sich hierbei um ein altes Trinklied handelte. Es schien so, als kämen diese Geräusche, und als etwas anderes konnte ich sie wahrlich nicht bezeichnen, aus der oberen Etage. Natürlich musste ich diesem Lärm nachgehen. Aber oh Schreck, die Rolltreppe war ja ausgeschaltet. Bei meiner Körpergröße von ca. 20 cm und der gleichen Höhe der Stufen könnt ihr euch ja vorstellen, welche Mühe mir jede dieser Stufen gemacht hatte. Fix und fertig oben angelangt, stellte ich schnell fest wer die Übeltäter waren. Diese schmucken Bierkrüge hatten scheinbar einen Becher zu viel gehoben. Woher sie die Spirituosen bezogen hatten war mir ein Rätsel. Wie auch immer, ich stellte sie zur Rede. Sie erzählten mir von ihrer traurigen Vergangenheit. Eingesperrt in Schachteln, isoliert voneinander, und in einem Holzschuppen gelagert, in welchem es im Sommer brütend heiß und im Winter bitter kalt war, mussten sie dort dahinvegetieren. Es war, so sagen sie, die reinste Hölle. Ich hatte in diesem Moment Mitleid mit ihnen. Dennoch musste ich sie ermahnen, ein wenig Rücksicht auf die anderen zu nehmen. Sie versprachen sich zu mäßigen und teilten mir noch mit, wie glücklich sie derzeit in dieser neuen Umgebung seien. Ich konnte das nachvollziehen, hatten doch viele Mitbewohner ähnliche Schicksale.

Auf dem Weg nach unten nahm ich wieder die Rolltreppe. Aber dieses Mal benutze ich das Geländer als Rutsche und sauste mit einem Höllentempo nach unten. War das ein Spaß. In der Hoffnung, wieder an meinen wunderschönen Traum anknüpfen zu können, ging ich zu Bett. Beim Einschlafen hörte ich noch, wie oben ein dezentes ‚Gaudeamus igitur‘ angestimmt wurde. Wahrscheinlich haben die Bierkrüge einen akademischen Hintergrund. Bevor ich wieder endgültig ins Reich der Träume hinübersank, dachte ich noch wage daran, dass ich sie demnächst danach befragen würde.

Bis bald – ich bin Resi, eure Rasende ReVilla-Reporterin.“